Interview mit Manfred Loch, Hochschule Darmstadt:
Wir wollen Lösungen für Herausforderungen unserer Gesellschaft gemeinsam erarbeiten. Es geht uns um wirksame Forschung an komplexen Realwelt Problemen.
Gewinnbringende Zusammenarbeit
Damit professionelle Forschung und ihre Ergebnisse besser in die Praxis übernommen werden können, ist ein gleichwertiger Austausch beider Seiten eine wichtige Voraussetzung. Dazu gehört es auch, Forschungswissen verständlich zu kommunizieren und aufzubereiten.
Mehrwert durch Dialog und Vernetzung
Bei staatlich geförderten Programmen im Bildungsbereich ist die Verbindung von Wissenschaft und Praxis schon immer ein wichtiger Bestandteil. Idealerweise sollen dabei praxisrelevante, möglichst objektive Erkenntnisse gewonnen werden. Eine große Herausforderung ist es, trotz bestehender Abhängigkeitsverhältnisse einen offenen Dialog auf Augenhöhe zu schaffen.
Von Beruf Lehrerforscherin?
Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte sind in der Praxis meist stark beschränkt auf das Kerngeschäft Unterricht. Die Grundlage für das unterrichtliche Handeln bildet ein akademisches forschungsbasiertes Studium. So läge es doch eigentlich nahe, auch Formen der Weiterbildung über einen Forschungsbezug herzustellen. An der Universität Bielefeld geschieht dies seit über 40 Jahren durch ein traditionelles Lehrerforschermodell.
Bildung für nachhaltige Entwicklung in der schulischen Praxis verankern
Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojekts „Zukunftszentrum Lehrerbildung-Netzwerk“ an der Leuphana Universität Lüneburg wird die Zusammenarbeit von Forschenden und in der schulischen Praxis Tätigen gefördert. Die so entwickelten innovativen Konzepte können sowohl in die universitäre Lehre als auch in die schulische Praxis übernommen werden. Dabei lassen sich wiederum neue Forschungsfragen generieren.
Effekte verschiedener Wissenskulturen nutzen
Im Zuge der Verwissenschaftlichung der Gesellschaft meinen Lehrende zunehmend, sich selbst im wissenschaftlichen Feld aufstellen zu müssen. Denn auch die Teilnehmenden bringen bereits wissenschaftliche Vorkenntnisse und Erfahrung mit. Dadurch entsteht eine oft nicht bewusst intendierte Konkurrenz zwischen Vermittelnden und Teilnehmenden.
Fachkräfte aus Drittstaaten gewinnen
Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz ordnet die Zuwanderung heutiger und künftiger Fachkräfte aus Drittstaaten nach Deutschland neu. Zunächst sollen 25.000 Fachkräfte in jedem Jahr zusätzlich kommen. Diese neuen Zuwanderungsregelungen bringen zwar Chancen, haben aber auch Hürden zu bewältigen, die ein neu gestaltetes Zuwanderungsmarketing und -management erfordern.
Studieren zwischen Praxis und Forschung
Die Bedeutung von wissenschaftlicher Weiterbildung ist unbestritten. Hochschulen bauen weiterbildende Angebote deutlich aus. Wissenschaft-Praxis-Transfer und die entsprechende Qualifikation der Lehrenden sind als bedeutsame Gelingensbedingungen erkannt. Gleichwohl fehlt es an einer systematischen Verknüpfung von Lehre, Forschung und Weiterbildung.
Subventionen per Gießkanne oder zielgruppenspezifisch?
Beschleunigter technologischer Wandel, Digitalisierung und Internationalisierung erfordern mehr als je die Bereitschaft aller Arbeitnehmer zur permanenten Weiterbildung, was selbst für gut ausgebildete Personen faktisch eine Pflicht zur Weiterbildung mit sich bringt. Damit stellen sich alte und teilweise auch neue Fragen zur Finanzierung. Anders als die öffentlich finanzierte formale Bildung wird die nicht-formale Bildung in der Schweiz größtenteils privat finanziert.
Neue Lernchancen schaffen
Bulgarien ist eines der ärmsten Länder der Europpäischen Union. Schuld daran haben die räuberische Privatisierung in den 90-er Jahren, die nicht gelungene Reform des Bildungswesens, eine starke Migration ins Ausland und die demografischen Probleme. Für eine bessere Zukunft Bulgariens ist, neben der Reform der schulischen und akademischen Ausbildung, die Förderung der Weiterbildung eine absolut notwendige Voraussetzung.