Grundlagen der Weiterbildung 03/1999: Distance Learning

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Distance Learning

Qualität und Leistung sind ein Muß! Interview mit Prof. Dr. Helmut Hoyer
Ein nutzloser Standard? ISO 10015 Guidelines for Training
Virtuelles Lernen
Professionalisierungswirkungen des Fernstudiums Erwachsenenbildung
Tandem: lernen und lehren im Rollentausch
Fernunterricht im Umbruch – Beobachtungen zur Situation der privaten Fernschulen
Harbinger of the Millennium: Distance Training
Lernen im Cyberspace?
HyperDisc: eine Lernumgebung für die Weiterbildung

Artikelnummer: wb_1999-03 Kategorien: , , , ,

Beschreibung

Gesucht ist eine neue Begrifflichkeit. Als die Redaktion der GdWZ beschloss, dem Fernunterricht bzw. Fernstudium ein eigenes Heft zu widmen, wurde schnell klar, wie veraltet die bisherigen Begriffe sind. Die medientechnische Entwicklung hat traditionelle Bildungsformen aufgebrochen, und die klare Unterscheidung zwischen Präsenz- und Fernunterricht existiert nicht mehr.

Distance Learning steht als Importbegriff für eine veränderte Dimension des medienunterstützten Lernens. Die globale Entwicklung hin zu einem Multimediamarkt bringt neue Distributionsformen der Wissensvermittlung und fordert neue Formen des Wissensmanagements (Hüther).

Ob Präsenzlernen oder Fernlernen, ob CD-ROM, Video-Conferencing oder Chat-Café: Die neuen Kommunikations- und Lerninstrumente sind räumlich unbegrenzt und inhaltlich kombinierbar. Eine moderne Didaktik muss Schritt halten und bekannte Methoden in eine neue Dimension bringen.

In der aktuellen Ausgabe der Weiterbildung lesen Sie u.a. folgende Beiträge:

Qualität und Leistung sind ein Muß! Interview mit Prof. Dr. Helmut Hoyer

Fernstudium und Fernunterricht sind auf eine wachsende Konkurrenz gestoßen. Die neuen Informations- und Kommunikations-Techniken versprechen als Vision das virtuelle Lernen der Zukunft. GdWZ befragte den Rektor der Fernuniversität Hagen, Prof. Dr. Helmut Hoyer, nach den Konsequenzen dieses Wettbewerbs. Die Fernuniversität, ehemals Pionier des Fernstudiums in Deutschland, stellt sich der modernen Entwicklung und will sie als Chance begreifen, das eigene Angebot zu optimieren. Erweiterte Lerntechniken, der Ausbau nationaler und internationaler Netzwerke und vor allem ein hoher Leistungsstandard bei den Studenten wie in der Lehre sind dabei Schlüsselfaktoren. Kundennahe Präsenz, Kommunikation und Direktkontakte haben auch in Zukunft ihren Stellenwert.

Ein nutzloser Standard? ISO 10015 Guidelines for Training

Das Technische Komitee TC 176 „Quality management and quality assurance“ der Internationalen Organisation für Normung (ISO) hat 1998 den Draft International Standard ISO/DIS 10015 für einen Leitfaden „Quality management-Guidelines for training“ herausgegeben. Voraussichtlich im Jahr 2000 wird dieser Leitfaden als Internationale Norm veröffentlicht werden, bald danach als Europäische Norm (EN ISO) und als Deutsche Norm (DIN EN ISO). Welche Bedeutung die Mehrheit der Mitglieder des ISO/TC 176 diesem neuen Mitglied der ISO 9000-Familie beimißt wird aus folgendem deutlich: Im Jahr 1995 beschloß dieses Normungsgremium für das Jahr 2000 eine Produktlinie aus vier Normen (ISO 9000, 9001, 9004, 10011). Damit sollte die vorherige Ausuferung der Zahl der ISO-Normen zum Qualitätsmanagement auf 26 Normen beendet werden. 100 Mit der ISO 10015 wird die erste zusätzliche ISONorm veröffentlicht werden.

Virtuelles Lernen

Computerunterstützte, netzbasierte Weiterbildungsangebote in virtuellen Lernumgebungen sind mittlerweile vielfältige Realität. Sie bilden derzeit den gewiß nur vorläufigen Gipfelpunkt einer mediendidaktischen Entwicklung, die von Comenius bis zum Computer reicht. Die heutige Weiterbildungslandschaft wird sich im nächsten Jahrzehnt zu einem globalen virtuellen Multimediamarkt ausweiten, der von Anbietern und Nutzern ganz neue Qualifikationen verlangt und auf beiden Seiten die Ausbildung entsprechender Medienkompetenzen voraussetzt. Die technischen Möglichkeiten der Neuen Medien können nur dann wirkliche Innovationen für die Weiterbildung bringen, wenn pädagogisches Denken ihre Gestaltung und Verbreitung bestimmt.

Professionalisierungswirkungen des Fernstudiums Erwachsenenbildung

Die hier darzustellenden Befunde zur Professionalisierung durch wissenschaftliches Wissen und selbstgesteuertes Lernen im Fernstudium lassen sich sinnvoll interpretieren und können in Beziehung gesetzt werden zum Professionalitätskonzept der gezielten Ermöglichung „erwachsenengemäßer“ Lernformen.

Tandem: lernen und lehren im Rollentausch

Die Diskussion um das Distance Learning stellt die Fragen zum „Geheimnis des Lernprozesses“ neu: Was passiert eigentlich im Gehirn beim Lernen und wodurch kann dieser Prozeß unterstützt und optimiert werden? Durch die neuen Möglichkeiten in der Informatik könnte man verleitet werden zu glauben, daß der Mythos des „Alleswissens“ und die uneingeschränkte Möglichkeit, Probleme zu lösen, nun Wirklichkeit geworden sind. Die direkte lnvolvierung der Lernerlnnen in den Lernprozeß ist auf jeden Fall bei allen neuen didaktischen Ansätzen sowohl in der Klasse als auch „fern von der Klasse“ ein zentrales Anliegen. Die Überzeugung, daß bei den lernenden eine reale Autonomie, verstanden als selbstverantwortliches Lernen, zu entwickeln ist, wird von allen geteilt. Um besser zu lernen, muß man zuerst „Lernen lernen“ und immer mehr „Herr“ über den eigenen Lernprozeß werden.

Fernunterricht im Umbruch – Beobachtungen zur Situation der privaten Fernschulen

Alles spricht vom Fernunterricht, und keiner geht hin. Das ist – absichtsvoll überspitzt, gewiss – die Situation vieler privaten Fernkursanbieter: Sie kämpfen um schwindende Marktanteile, während allenthalben schier überschwänglich von Open Distance Learning, Telelearning, Web Based Training, Virtuellen Lernwelten und anderen Verheissungen fabuliert wird. Die lautstark beschworene Online-Zukunft des Fernlernens und seine nüchtern ausgeleuchtete Realität klaffen jedoch krass auseinander. Die meisten privaten Fernschulen scheinen „auf dem falschen Fuß erwischt“ worden zu sein und hinken der Entwicklung hinterher. Erst allmählich regt sich so etwas wie Aufbruchstimmung.

Harbinger of the Millennium: Distance Training

Although distance education and training has been a means of providing education and training for many years already, thus far the scope of the distance education and training situation within Europe has not yet been thoroughly analysed. lt is therefore the objective of the transnational Voctade study, presented in this contribution, to analyse on a theoretical and empirical basis the scope, structure and characteristics of this growing market. The census, carried out with the support of the European Commission, could identify 31 national and distance education and training systems, 879 providers, 2 684 000 fee paying students enrolled and an annually recurring market of 1 billion Euro.

Lernen im Cyberspace?

Der verwirrenden Flut informations- und kommunikationstechnologischer Neuerungen, die derzeit auf den Aus- und Weiterbildungssektor zuströmt, entspricht eine Unmenge korrespondierender Fachliteratur. Nicht selten wird dabei im technisch Innovativen auch schon das pädagogisch Progressive gesehen. Zudem bewegen sich die Autoren vielfach in so rasanter Fahrt auf den Wogen des digitalen Fortschritts, daß ihnen gerade der pädagogisch interessierte Leser nicht mehr folgen kann. Die drei zu besprechenden Publikationen sind so ausgewählt, daß sie auch dem Einsteiger verständliche Informationen zur Zukunft der multimedialen Weiterbildung und praktische Hilfen zum eigenen Einstieg bieten.

HyperDisc: eine Lernumgebung für die Weiterbildung

In dem Beitrag werden Potentiale und Probleme hypermedialer Lernumgebungen angesprochen, die den Hintergrund für Konzeption und Realisierung unserer hypermedialen Lernumgebung (HMLU) HyperDisc bilden, deren Besonderheit in der großen Flexibilität liegt, die ihre Anpassung an unterschiedliche Lehrmethoden und Lernstrategien erlaubt.

Zusätzliche Information

Ausführung

Digitalausgabe, Printausgabe

Format

280 x 210mm

Druck

Komplett in Farbe!

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