Der Text zeigt, dass Verantwortung ein vielschichtiger Begriff ist, der globale, gesellschaftliche, politische und persönliche Ebenen betrifft. Es geht dabei um Themen wie Klimawandel, nachhaltigen Konsum, Gerechtigkeit, Inklusion, Datenschutz, demokratische Teilhabe und ethische Entscheidungen im Alltag. Im Kern bedeutet Verantwortung, für das eigene Handeln Rede und Antwort zu stehen und dabei die Auswirkungen auf andere, auf gesellschaftliche Regeln oder übergeordnete Werte zu berücksichtigen. Gleichzeitig warnt der Text davor, den Begriff zu allgemein und unkonkret zu verwenden, weil er sonst unklar wird. Das Heft möchte deshalb dazu anregen, grundlegende Fragen zu klären: Wer trägt wofür Verantwortung, vor wem oder was, und wie kann Verantwortung gelernt werden? Außerdem wird beleuchtet, wie Verantwortung in Schule, Beruf, Unternehmen und Alltag entwickelt und gelebt werden kann.
Zum Schwerpunktthema „Verantwortung – Verstehen, Lernen, Gestalten“
Gestaltungsaufgabe und moralische Verpflichtung
Bernd Wagner
Unser modernes Verantwortungsverständnis ist zukunftsorientiert, das heiflt, es richtet sich aus an den Folgen unseres Tuns. Dies gilt für den individuellen Bereich genauso wie für den gesellschaftlichen und globalen. Verantwortung ist also eine moralische Pflicht für jeden.
Das individuelle Handeln zählt
Angela Poech
Verantwortung ist ein grofles Wort, aber sie kann auch schon im Kleinen beginnen. So gibt es in unserem ganz persönlichen Alltag jede Menge Gelegenheiten, sich zu engagieren, für andere einzustehen, zu helfen und so einen Teil dazu beizutragen, dass unsere Welt eine bessere werden kann.
Auf der Suche nach Antworten für mögliche Zukünfte
Ina Schmidt
Verantwortliches Handeln bedeutet, die Gegenwart so zu gestalten, dass gute Zukünfte möglich bleiben. Gerade in Zeiten voller Unsicherheiten und Krisen kann uns die Kraft der Verantwortung helfen, das Gute und Richtige zu tun.
Vom Ohnmachtsgefühl zur Mitverantwortung
Imke Schmidt
Unser Ökosystem ist an seine Belastungsgrenze gelangt und es besteht dringender Handlungsbedarf. Aber was kˆnnen wir als Einzelne hier schon ausrichten? Ganz schön viel, wenn wir unsere kollektive Verantwortung für nachhaltigen Konsum ernst nehmen.
außerdem:
Professor Dieter Frey, Leiter des LMU Centers for Leadership and People Management
„Das Gute wird nur eingreifen, wenn sich Menschen verantwortlich fühlen.“
Eine offene, freiheitliche Gesellschaft kann nur bestehen, wenn Menschen sich für sie verantwortlich fühlen, für sie kämpfen und täglich für sie einstehen.
Dazu braucht es Selbstvertrauen und ein Bewusstsein dafür, dass man den Unterschied machen kann. Dieter Frey plädiert deshalb dafür, Menschen von klein auf Möglichkeiten zu bieten, Selbstwirksamkeit zu lernen.